Historische Zugmaschinen 

und 

Oldtimer-Schlepper

 

Vom Lanz-Bulldog bis zum Fendt-Dieselroß 

Das mittlerweile bekannte und beliebte bayerisch-böhmische Oktoberfest in Eschlkam kann in diesem Jahr 2005 mit einer besonderen Attraktion aufwarten: Am Sonntag, den 4. September 2005 findet in Eschlkam eine große Ausstellung mit historischen Zugmaschinen und Schleppern statt. In der Schulstraße und im Hof der Schule Eschlkam sind von 10 bis 17 Uhr über 20 historische Ackerschlepper ausgestellt, beim Festzug um 14 Uhr fahren die Oldtimer mit und erinnern mit dem typischen Klang ihrer Motoren an die frühe Zeit der Mechanisierung auf dem Land.

Jahrhunderte lang standen in den Ställen der Landwirte abgerichtete Bullen, Ochsen und auf größeren Höfen meist Pferde, die für die Zugarbeiten auf Wiesen, Feldern und im Wald gehalten wurden. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg ersetzten die ersten mechanischen Pferdestärken auf den Bauernhöfen die Zugtiere ersetzten. Nach und nach wurden Traktoren, die damals meist nur 12 bis 15 PS (Pferdestärken) hatten, angeschafft. Die Mechanisierung der Landwirtschaft war nun nicht mehr aufzuhalten; zahlreiche Landmaschinen-Hersteller entwickelten entsprechende Zugmaschinen.

Bulldog ist heute die umgangsprachliche Bezeichnung für diese Traktoren oder Schlepper. Geprägt wurde dieser Ausdruck durch die legendären Lanz Bulldog  Ackerschlepper, die Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts unter der Typenbezeichnung "Bulldog" von der Firma Heinrich Lanz Aktiengesellschaft, Mannheim, heute John Deere, hergestellt wurden.

Der Name wurde vom Aussehen der ersten Bulldog-Motoren abgeleitet, da diese Ähnlichkeit mit dem Gesicht einer Bulldogge hatten. Das Herzstück eines jeden Bulldog war der einzylindrige Bulldog-Motor, der nach dem Glühkopf-Prinzip (Glühkopfmotor) arbeitete. Der Erfolg des Bulldog war seine Einfachheit und Robustheit. In vielen anderen Disziplinen, wie Zugleistung, Technologie oder Verbrauch waren die Bulldogs zumal ab dem Einsatz der ersten Dieselschlepper meist unterlegen, was ihrem Erfolg jedoch keinen Abtrag tat. Der zuverlässige Bulldog fuhr bereits, als es dieselgetriebene Traktoren noch gar nicht gab und die benzingetriebenen Schlepper waren im rauen Betrieb der Landwirtschaft sehr unzuverlässig. Ein weiterer Vorteil des Bulldog war der billige Treibstoff, die Unempfindlichkeit und die Tatsache, dass diese Treibstoffe nicht explodierten, wie das bei benzingetriebenen Traktoren häufig der Fall war.

Für die Ausstellung in Eschlkam stellen Sammler und Liebhaber aus Bayern und Böhmen ihre Oldtimer zur Verfügung. So werden neben den legendären Lanz-Bulldogs in den klassischen Farben der Hauslackierung Blau-Rot auch ein Fendt-Dieselroß aus dem Jahr 1955 und Zugmaschinen der Hersteller Hanomag und Schlüter zu sehen sein. Die Leihgeber aus dem Nachbarland fahren mit Schleppern der Marke Zetor vor, die seit 1945 im mährischen Brünn gebaut wurden. Diese Fabrikation war aus einer schon seit 1864 bestehenden Landmaschinenfabrik hervorgegangen, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges den „Ostmark Flugzeugwerken“ einverleibt wurde.

Einige dieser nun schon historischen Zugmaschinen waren noch lange Zeit in Gebrauch, zumal bei Nebenerwerbslandwirten. Mehr und mehr aber erwachte das Interesse an diesen Oldtimern als Zeugen der Geschichte der Landwirtschaft. Heute werden sie gehegt und gepflegt und können auf der Ausstellung bestaunt werden.

 

Lanz Bulldog

Baujahr:      1951    mit Glühkopf

Lanz Bulldog

Baujahr:      19??       

Lanz Bulldog

Baujahr:      19??       

Eicher Traktor

Baujahr           1950

Eicher Traktor

Baujahr           1953

Fendt Dieselroß

Baujahr:      1955        Typ: F 12

Zetor  25         CZ

Baujahr         1950

Zetor  50 Super      CZ

Baujahr           1960

Hanomag

Baujahr:      19561    Typ: R 27

Schlüter Bulldog

Baujahr:      1954          Type: AS15

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